
Foto: Till Benzin
Hitze in den Innenstädten
Auch wenn im Luftbild Aschaffenburg wie eine vielfältig durchgrünte Stadt wirkt. Rund die Hälfte der Innenstadtfläche ist versiegelt, also bebaut oder geteert. Beton und Asphalt speichern die Energie der Sonne und geben sie nachts nur langsam wieder ab, so dass sich die Innenstadt regelrecht aufheizt. Gleichzeitig wird die Luftzirkulation durch Häuser und dichte Bebauung erschwert, während der hohe Anteil an Grünflächen – trotz Schöntal, Grünbrücke über der Ringstraße ,Fasanerie und zusätzlich die Lage am Main– dies nicht kompensieren kann.
Diese Entwicklung hat gravierende Folgen für die Lebensqualität und die Gesundheit in unserer Stadt. Extreme Sommertemperaturen und sogenannte Tropennächte, in denen die Temperaturen nicht mehr unter 20 Grad sinken, führen zu Kreislaufproblemen, Hitzeschlägen, Dehydrierung und Schlafstörungen.
Doch die wirkungsvollste Antwort darauf, also unser Zentrum mit Bäumen abzukühlen, ist oft schwer umzusetzen. Unter Straßen und Plätzen verlaufen zahlreiche Versorgungsleitungen, Kanäle und Kabel, die das Pflanzen von großen Bäumen oft unmöglich machen. Gerade im Zentrum bleibt kaum genügend Platz – nicht nur für Wurzeln, sondern auch für dauerhaft gesunde Standorte. Schon jetzt pflanzt aber das Gartenamt Bäume wo es geht und das jedes Jahr. Im Herbst und Frühjahr 2024/2025 waren es 180 Bäume, jetzt im Herbst 2025 werden 50 weitere Bäume folgen.
Wir werden also eine Vielzahl von Maßnahmen brauchen, die zusammen dennoch eine Wirkung zeigen. Öffentliche Trinkbrunnen bieten schnelle Hilfe, indem sie an heißen Tagen für kostenlose Erfrischung sorgen. Flexible Verschattungen durch Sonnensegel, Neugestaltung von Plätzen, mobile Schattenspender und das Pflanzen von Bäumen – dort, wo es baulich möglich ist – schaffen lebenswerte Rückzugsorte in der Stadt. Begrünte Dächer und Fassaden senken die Umgebungstemperatur und helfen, das Stadtklima zu verbessern. Insgesamt werden wir die Innenstadtplanung neu denken müssen.
Die SPD schlägt zum Beispiel einen neuen großen Brunnen auf dem Platz zwischen dem Schloss Johannisburg und dem Marstallgebäude vor, ebenso auch den Ludwigsbrunnen wieder am früheren Standort im offenen Schöntal neu aufzubauen.
Das Problem ist aber erkannt worden: Schon heute gibt es für Aschaffenburg eine Klimaanpassungsstrategie. Der Stadtrat hat zusätzlich die Erarbeitung eines Hitzeaktionsplans auf den Weg gebracht, das Ergebnis wird im August 2026 vorliegen. Und im neuen Entwicklungsplan für unsere Innenstadt ist eines der Hauptziele deren Abkühlung.